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Löwenzahn – Wildgemüse, Salat und Wurzelkaffee

3 Min. Lesezeit · Saison: Frühling, Sommer, Herbst · 5. Juni 2026

Löwenzahn – Wildgemüse, Salat und Wurzelkaffee

Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist wohl die bekannteste "Unkraut"-Pflanze überhaupt – und gleichzeitig eine der vielseitigsten Wildpflanzen Mitteleuropas. Blätter, Blüten und Wurzeln sind essbar, kostenlos und in der Volksheilkunde seit Langem in Gebrauch.

Inhaltsstoffe und was ihnen zugeschrieben wird

Löwenzahn enthält:

  • Bitterstoffe (Taraxacin, Taraxacerin) – regen Leber, Galle und Verdauung an
  • Inulin (besonders in der Wurzel) – Präbiotikum, fördert Darmgesundheit
  • Vitamin A, C, K – für ein Blattgemüse ein beachtlicher Vitamin-A-Gehalt, auch wenn er unter dem von Karotten liegt
  • Kalium, Kalzium, Eisen
  • Flavonoide – entzündungshemmend, antioxidativ

Traditionell verwendet bei: Verdauungsförderung, Leberentlastung, Entwässerung, Frühjahrskur, Blutzuckerregulierung.

Beim Blutzucker ist das allerdings nichts für Selbstversuche: Wenn du Medikamente gegen Diabetes nimmst, besprich eine solche Kur vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

⚠️ Hinweise

  • Löwenzahn gilt als harntreibend – daher der Volksname "Bettnässer". Nicht abends in großen Mengen trinken.
  • Bei Gallensteinen oder Gallenproblemen erst den Arzt fragen – die gallenfördernde Wirkung kann Beschwerden auslösen.
  • Nur an ungespritzten Standorten sammeln – Löwenzahn nimmt Schadstoffe aus dem Boden auf.

Wann & wo ernten

Blätter: März bis Oktober. Junge Blätter im Frühjahr sind am zartesten und mildesten – ältere Blätter werden bitterer. Wer es milder mag: Blätter vor der Ernte ein paar Tage abdecken (Etiolement), das reduziert die Bitterstoffe. Vor der Blüte sehen die Rosetten anderer Korbblütler ähnlich aus, darunter Jakobs-Kreuzkraut und weitere Greiskräuter, deren Pyrrolizidinalkaloide die Leber schädigen. Löwenzahnblätter geben an der Bruchstelle weißen Milchsaft ab, und der hohle Blütenschaft ist blattlos und trägt nur einen einzigen Kopf – Greiskräuter führen keinen Milchsaft und haben beblätterte, verzweigte Stängel mit vielen kleinen Köpfchen. Prüfe mehrere Merkmale zusammen, und wenn eines nicht passt, lass die Pflanze stehen.

Blüten: April bis Juni, an sonnigen Tagen wenn sie voll geöffnet sind.

Wurzeln: Herbst (Oktober/November) oder früher Frühling – dann ist der Inulingehalt am höchsten.

Wo: Wiesen, Gärten, Wegränder – aber nicht direkt an Straßen, Hundewegen oder gedüngten Flächen.

Verwendung in der Küche

Blätter:

  • Junger Salat – mit Speck, Ei und Senfdressing (klassisches Frühlingsrezept)
  • Smoothie – mit Apfel und Ingwer, mildert die Bitterstoffe
  • Gedünstet wie Spinat – kurz in Butter schwenken

Blüten:

  • Löwenzahnhonig (Gelee) – Blüten mit Zitrone und Zucker auskochen, abseihen, einkochen. Schmeckt überraschend nach echtem Honig.
  • Blüten roh in Salate streuen
  • In Pfannkuchenteig einbacken

Wurzeln:

  • Geröstet als Kaffeeersatz – Wurzeln waschen, klein schneiden, rösten, mahlen. Koffeinfrei und würzig.
  • Als Gemüse gedünstet (jung und zart)

Als Heilkraut

Frühjahrskur-Tee – frische oder getrocknete Blätter und Wurzeln, 5–7 Minuten ziehen lassen. Ihm wird nachgesagt, Leber und Galle anzuregen und sanft zu entwässern.

Frischsaft – Blätter entsaften, 1–2 EL täglich als Frühjahrskur. Intensiv bitter.

Trocknen & Haltbar machen

Blätter: Bei max. 40°C trocknen, dunkel lagern. Haltbarkeit 1 Jahr.

Blüten: Schnell trocknen bei 35°C – sie schließen sich sonst und schimmeln leicht.

Wurzeln: Waschen, in Scheiben schneiden, bei 40–50°C trocknen. Haltbarkeit 2 Jahre.

Dieser Artikel stammt aus der Ernterei-App. Dem Tagebuch für alle, die selber machen: Garten, Ernte, Vorrat, Rezepte und über 140 Wissensartikel – kostenlos für iPhone und Android.